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Dr. Rattes Sprechstunde - Obduktion Mehr als nur wissenschaftliche Neugierde In unserer Halterumfrage stellten wir auch Fragen nach der Todesursache unserer rattigen Haustiere. Wir fragten ebenso, ob die Tiere obduziert wurden. Als Todesursache wurde sehr vieles genannt, z.B. Atemwegserkrankungen, Altersschwäche, Krebs, unbekannt; jedoch wurden nur sehr wenige Tiere obduziert (5,9%). Es war schon von vornherein klar, dass hier die Halter nach den vermuteten Todesursachen befragt wurden und so die Daten nur Hinweise auf Schwächen bei gewissen Organsystemen geben können. Eine
sichere Feststellung der Todesursache kann nun mal nur mittels Obduktion
oder Kenntnis genauer Umstände (z.B. Unfall (3,7%), Narkose/Operation/Operationsfolgen
(2,4%) getroffen werden. Jetzt werden einige sicher stutzig, denn es
wird ja andauernd auf das bei Ratten recht hohe Narkoserisiko hingewiesen.
Das ist das spannende an einer solchen Umfrage: Die Ergebnisse werfen
weitere interessante Fragen auf! Bei den Narkosetodzahlen gilt jetzt
folgendes: Die hier erhobenen Daten sind leider nicht aussagekräftig,
weil die Gesamtzahl der Operationen ja nicht bekannt ist. Es läßt
sich nicht herausfinden, aus wieviel Prozent Narkosen die Ratten nicht
mehr aufwachen. Ein anderes Beispiel ist die häufige Nennung von
Lungentumoren. Laut Literatur werden bei Laborratten nur extrem selten
Lungentumore diagnostiziert, bei der Umfrage jedoch recht häufig.
Leider ist kein einziger Fall obduziert und damit bestätigt worden.
Ich möchte jetzt mit Beispielen aus meiner eigenen Rattengruppe
begründen, warum eine Obduktion der restlichen Rattengruppe, dem
Halter und auch allen Ratten zu Hause von Nutzen sein kann: Bei
einem anderen Tier stellte sich als Nebenbefund (also nicht als Todesursache)
ein Darmparasit heraus. Daraufhin wurden meine Ratten, Käfige und
Umgebung einer intensiven Behandlung unterzogen, bis der Parasit, der
keine für mich sichtbaren (oder von mir übersehenen?) Symptome
machte, ausgemerzt war. So konnte die Obduktion des einen Tieres den
anderen bei mir noch helfen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, sein totes Tier einzuschicken - es kostet wohl jeden Überwinddung, weil man doch viel lieber das Tier würdevoll eingraben möchte. Aber vielleicht konnte ich ja doch einigen von Euch den kleinen Anstups geben, offene Fragen beim Tod eines Tieres durch eine Sektion beantworten zu lassen!
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