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Dickleibigkeit bei Ratten - vererbt oder erworben? Wohl beides. Wie könnte es anders sein auch das Zustandekommen der Dickleibigkeit/Fettsucht (engl.: obesity) wurde und wird an Ratten untersucht. Die Erkenntnisse dazu wurden aus Tierversuchen gewonnen, die im Endeffekt dazu dienen sollen, das Phänomen der Dickleibigkeit beim Menschen aufzuklären und behandelbar zu machen. Es ist allerdings auch zu lesen, dass die Ergebnisse nicht unbedingt direkt auf den Menschen zu übertragen sind wie das bei Tierversuchen oft der Fall ist. Dickleibigkeit kann genetisch verankert sein. Es wurden im Lauf vieler Jahrzehnte Gene gefunden, die dafür verantwortlich sind. Die Struktur dieser Gene und ihre Lage im Erbgut ist bekannt. Diesen "Dickmachern" gab man z.B. die Namen "obese", "fat", "fatty", "diabetes" oder "tubby". Sie werden rezessiv vererbt, d.h. eine Ratte muß das betreffende Gen sowohl vom Vater als auch von der Mutter mitbekommen. Es gibt Laborratten-Stämme, die speziell darauf gezüchtet sind, diese Gene zu tragen. Besonders "praktisch" für einige Forschungsaktivitäten ist es, dass bei manchen Stämmen gleichzeitig auch die Zuckerkrankheit auftritt. Ein weiteres Gen, das immer die Anlage zum Dickwerden mit sich bringt, ist das "Ay"-Gen (A=Agouti, Y=Yellow). Es zählt zu den Farbgenen und bewirkt eine rötlich-gelbe Färbung des Tieres, da kein schwarzes Pigment gebildet werden kann. (Wobei nicht jedes Tier mit gelblicher Färbung das Ay-Gen besitzt.) Das Gen wird dominant vererbt das heißt, es prägt sich bereits aus, wenn es nur von einem einzigen Elternteil kommt. Reinerbige Ay-Tiere, d.h. Tiere, die das Gen sowohl vom Vater als auch von der Mutter mitbekommen, gibt es nicht diese Gen-Kombination ist tödlich. Die Jungen sterben bereits als 6tägige Embryos im Mutterleib. Nun ist es aber nicht unausweichlich, dass eine Ratte dick wird, wenn sie die genetische Veranlagung dazu besitzt. Ob Mensch oder Tier niemand ist nur von seinen Genen bestimmt. Das Umfeld spielt eine große Rolle. Restriktive Fütterung (restriktiv=eingeschränkt Anmerk. Red.) und viel Bewegung können dazu beitragen, dass die Tiere einigermaßen schlank bleiben. Im Gegensatz dazu wird Dickleibigkeit ausgelöst durch eine "schmackhafte" energiereiche Fütterung mit viel Fett und Zucker. Aber auch protein(eiweiß)-reiche Fütterung kann zur Gewichtserhöhung beitragen. Laut Forschungsberichten werden durch den Einfluß der Ernährung auch Ratten dick, bei denen Dickleibigkeit nicht genetisch festgelegt ist aber wiederum nicht alle, da es auch Tiere gibt, die schlank bleiben, egal was man füttert und wieviel sie sich bewegen. Ein
konkretes Beispiel: Dicke
Ratten leben kürzer. Bei unseren Tieren zuhause, die ja glücklicherweise in keiner Laborumgebung leben müssen, tut man sich bei entsprechend veranlagten Tieren sicher schwer, die Dickleibigkeit in den Griff zu bekommen. Wer will schon seine Tiere am Hungertuch statt am Joghurt-Drop nagen lassen... Allerdings ist es sicher nicht verkehrt, auf gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Genaueres dazu ist im Artikel "Die Ernährung von Farbratten" in diesem RattGeber zu finden.
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Illustration: N. Jovanovic