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Absperrungen für ein rattensicheres Wohnzimmer Vor einem halben Jahr zog die erste Ratte bei uns ein: Ritzo Ratz, ein kleiner, frecher Knirps. Es folgten dann später noch Knopf und schließlich Yeti als Gesellschaft.
Bald stellte sich heraus, dass besonders vor Ritzo nichts sicher ist.
Ritzo ist ein echter Entdecker, ich hätte ihn wohl Kolumbus nennen
sollen. Und er ist sehr hartnäckig, wenn er sich etwas in den Kopf
gesetzt hat. Und er liebt es, in Gummi oder Weichplastik zu beißen!
Also war die Ecke mit Fernseher und Videorecorder stark rattengefährdet.
Diese verband ich nach dem Prinzip einer Ziehharmonika mit Textilklebeband, welches ich noch mit Reißzwecken an den Platten festhämmerte, weil es nicht so gut hielt. Die Enden der Reißzwecken, die hinten rausguckten, ließen sich gut umschlagen. Sofa (Bettkasten) und Fernsehecke sind nun auf diese Weise gesichert, und durch die Ziehharmonika-Konstruktion lassen sich die Absperrungen auch ganz gut wieder abbauen und zur Seite stellen. Wichtig ist, dass die Enden beim Aufbau gut festgeklemmt, festgebunden oder sonstwie gesichert werden. Ritzo fand nämlich schon ziemlich bald heraus, dass man die Enden sonst aufziehen kann. Man kann solche Absperrungen auch für die Zimmertüren verwenden, das ist sehr praktisch im Sommer, wenn es im Zimmer sonst bei geschlossenen Türen stickig wird. Dann am besten außen schwere Bücher o. ä. gegenlehnen, damit die Ratten die Absperrung nicht einfach aufschieben können. Der
Nachteil solcher Absperrungen ist, dass sie nicht so schön aussehen,
wobei man sie natürlich auch anmalen oder in einer zum Zimmer passenden
Farbe streichen könnte. Und wenn man eine Ratte wie Ritzo hat,
dann war die ganze Mühe sowieso vergebens. Ritzo verlegte sich
nämlich dann darauf, einfach dran hochzuspringen! Allerdings hört
man das ganz gut und kann ihn entsprechend schnell auch wieder wegnehmen,
bevor er was anstellen kann. Knopf und Yeti dagegen haben bis jetzt
noch nie versucht, die Absperrung zu überwinden.
Ach
ja, unser Wohnzimmer haben wir natürlich auch rattengerecht umgeräumt,
hauptsächlich, um einen größeren Käfig unterbringen
zu können. Spielmöglichkeiten ergeben sich im Zimmer vor allem
durch die Einrichtung. Besonders beliebt bei meinen Ratten ist der Sofagang.
Um aus dem Bett ein Sofa zu machen, haben wir es nämlich mit einem
Überwurf versehen, der vorne bis auf den Boden herabhängt.
Und die Knirpse lieben es, darunter herumzudüsen, sich dort zu
verstecken, oder gar ein Nickerchen zu halten. An dem einen Ende haben
sie schon lauter Löcher hineingebissen. Das war zwar nicht so in
unserem Sinne, aber von innen betrachtet sieht es aus wie ein Sternenhimmel.
Da kann man ja nichts gegen sagen, oder? Die Ratten haben eben Geschmack!
Tja, ich muß sagen, unser Wohnzimmer hat sich doch ziemlich verändert seit die Ratten bei uns wohnen. Und ich denke, es ist nun für beide Parteien - Menschen und Ratten - durchaus wohnlich! |
Fotos: Dieter Martin