Als
ich vor etwa 7 Jahren mit der Rattenhaltung angefangen habe, kam ich gar nicht
erst auf die Idee, eine Ratte einzeln zu halten. Auch heute bin ich gegen eine
Einzelhaltung von Ratten.
Ich versuche, bis jetzt erfolgreich, jede Ratte in meine bestehende Gruppe zu
integrieren. Ohne Ausnahme, auch die, die in den Tierheimen und auch vorher
schon lange einzeln gelebt haben.
So eine Integration kann auch schon mal 3 Monate dauern. Aber letztendlich war
jede Integration erfolgreich, trotz aller damit verbundenen Probleme, Platzmangel,
dem Zeitaufwand und fast zerrissener Nerven.
Es
gibt wohl nur wenige Gründe, eine Einzelhaltung bei Ratten zu befürworten.
Dazu zähle ich keinesfalls solche Fälle, bei denen Eltern ihren Kindern
nur eine Ratte als Haustier erlauben. Hier sollte zugunsten der Ratte lieber
ganz darauf verzichtet werden, da eine artgerechte Haltung nicht gegeben ist.
Ich kenne einen Fall eines einzelnen handaufgezogenen Rattenbocks, der lediglich
in seiner ersten Lebenswoche Kontakt zu anderen Ratten hatte. Dieser hatte niemals
die Möglichkeit soziale Verhaltensweisen der Ratten innerhalb einer Gruppe
zu erlernen. Mit 8 Wochen lief er seinem Besitzer bereits wie ein Hund durch
die Wohnung hinterher. Jeder Versuch, auch im ganz jungen Alter, ihn an andere
Ratten heranzubringen, schlug fehl. Dusty schrie schon beim Anblick einer anderen
Ratte aus Leibeskräften und das hörte auch nie auf. Selbst vor ganz
jungen Ratten hatte er Angst, zitterte, schrie und lief weg. In diesem Fall
war eine Vergesellschaftung nicht möglich und Dusty war wohl auch sehr
zufrieden mit seinem Leben als Einzelratte, war er doch voll in die Familie
integriert, lief den ganzen Tag frei in der Wohnung und dachte wohl selbst auch
nicht mehr daran, dass er eigentlich eine Ratte ist.
Bei sehr alten und kranken Ratten, die immer allein gelebt haben, würde ich vielleicht auch auf eine Vergesellschaftung mit anderen Ratten verzichten. Das kommt aber immer auf den Einzelfall an. Wenn die entsprechende Ratte unter den anderen Ratten leiden muss, ständiger Streit herrscht oder sie sich nicht mehr verteidigen kann, würde ich eine weitere Einzelhaltung auch in Erwägung ziehen.
Man sollte immer zuerst an die Ratten denken, nicht an seine eigenen Wünsche. Schließlich wollen auch wir nicht unser Leben allein, ohne Partner, verbringen.
Zeichnung: J. Thors