Einstreu oder kein Streu?

- das ist hier die Frage

Soll eine Einstreu rein ins Rattenheim oder doch lieber die altbewährte Zeitungspapiermethode für Leseratten? Wenn ja, welche der viele Einstreusorten - Bio Katzenstreu, Holzpellets, Papierstreu, Maisstreu, Hanfstreu, Sägespäne, Heu, Stroh,....? Guter Rat ist teuer - gute Einstreu nicht unbedingt! Da meine Rattenmädels schon von klein an Probleme mit Atemwege haben, hat sich meine Situation verkompliziert und ich habe lange herumgetüftelt um eine rattengerechte Lösung zu finden. Ich habe ziemlich viel herumprobiert und war bzw. bin eigentlich mit keiner Einstreu so richtig glücklich.

Sägemehl - Pellets (gepresste Holzpellets):
Da stehen ja einem die Haare zu Berge!! Wenn die Ratten pinkeln verwandeln sich die Holzpellets in feinsten Staub - schöne Überraschung und gar nicht gut für die feinen Rattennäschen. Doch auch so staubt diese Einstreu ziemlich - möchte man sie trotzdem verwenden hilft es, sie im Garten einige Male von einem Behälter in den anderen umzuleeren um sie so zu enstauben oder die Pellets im Rattenheim mit Wasser aus einer feinen Sprühflasche zu benetzen. Positiv ist, dass der Urin gut aufgesaugt wird und deshalb keine Nässe im Rattenheim entsteht.

Heu:
Heu als alleinige Einstreu ist nicht zu empfehlen, da es schnell anfängt zu stinken und immerhin auch einiges an Staub mitträgt (abgesehen von den ganzen Mikrotierchen und es schlummert, laut eines Wiener Rattenfreundes, scheinbar ein Erreger einer infektiösen Lungenentzündung darin). Da meine Rattenmädels auf Heu ziemlich stehen und daran auch recht gerne knabbern, bekommen sie hin und wieder (je nach Gesundheit) in eine Ecke ein bisschen was. Mein Heu stammt vom Bauernhof meiner Tante, dort hole ich mir die Herbstmahd, die ja besonders gut, gschmackig und zart ist. Dieses Bio-Heu wird dann noch von mir auf der Terrasse entstaubt (vielen Dank an die Nachbarn) und im Rattenheim mit Wasser fein eingesprüht. Vorsicht: Nicht mit zu viel Wasser einsprühen, sonst entsteht ein Nährboden für Pilze und Schimmel - also wirklich sparsam und gut dosiert!!!

Maiseinstreu (z.B. von Sonnenland):
Dieselbe gibt's fein und grob gehäckselt, ich habe bis jetzt aber nur die grobe gesichtet. Einstreu aus Maiskolben ist relativ staubarm, trotzdem wird sie von mir einige Male in Behälter umgeleert bzw. in einem großen Sieb durchgeschüttelt. Toll ist, dass die Streu gut saugt und preiswert ist. Ein 10-l Sack kostet ca. 6 Mark. Ein großer Nachteil ist die Härte und die spitzen Zacken, die für zarte Rattenfüße nicht optimal ist. Im Schlafeck lege ich viel Küchenpapier darüber. Da jedoch meine Mädels während des Schlafes nicht gerne aufstehen und zum Pinkeln nach draußen zu gehen, sind die Küchentücher mehrmals täglich zu wechseln.

Sägespäne:
Staubt mir einfach viel zu viel und ist auch im Kloeck nicht bestens geeignet, da schnell Geruch entsteht. Weiters bleibt sie überall an den Ratten hängen und flattert auch so schön vom obersten Stockwerk des Rattenheims angefangen durch mein ganzes Schlafzimmer. Positiv ist der geringe Preis, aber der nützt da auch nicht mehr sehr viel.

Bio - Catolet - Papiereinstreu (Müller Drogeriemarkt - Deutschland):
Die Einstreu aus recyceltem Papier verwende ich augenblicklich. Sie ist staubarm, sehr weich, duftet gut und ist mit ca. 6 Mark günstig. Entgegen meiner Erwartungen fängt sie nach Gebrauch nicht zu stinken an. Trotzdem wechsle ich an den vielbenützten Stellen wie dem Schlafhäuschen und der Toilettenecke jeden zweiten Tag (11 Ratten).

Vogelsand:
Vogelsand verwende ich nicht am Schlafplatz und auch im Kloeck ist er nicht optimal, weil schnell Geruch entsteht. Allerdings, so vermute ich, macht das Laufen drauf Spaß, denn meine Mädels fetzen drauf nur so rum!? Vogelsand streue ich hin und wieder in die unterste Ebene, die wenig benützt wird, um sie so attraktiver zu machen.

Buchenholzspreu (z.B. Tima - Natur):
Muss man auch mal probiert haben. Fühlt sich gar nicht so schlecht an, hat aber den Nachteil, dass einige spitze Teile dabei sein können.

Küchenpapier:
Küchenpapier verwende ich als Polstermaterial im Schlafhäuschen und als "Liegetuch" an den Lieblingsstellen. Problematisch ist die schnelle Durchfeuchtung, da meine Damen während des Dösens nicht aufstehen bzw. grad mal vor das Häuschen gehen und dort hinpinkeln. Papier- oder Maisstreu als Untergrund bringt eine Besserung, die durch die angepinkelten Küchentücher entstehenden Gerüche (Ammoniak) reizen trotzdem die Atemwege der Rattenbande. Das durchfeuchtete Polstermaterial aus Küchentüchern wechsle ich somit recht häufig.

Zeitungspapier:
Da meine Mädels einen ausgeprägten Drang zum Sammeln und Nest bauen haben, bleibt Zeitungspapier nicht an den vorgesehenen Stellen, sondern wird von ihnen ins Schlafhaus gestopft, bis sie selbst keinen Platz mehr haben. Deshalb und weil ich nächtens wegen des Zerreißens nicht schlafen kann, bleibt Zeitungspapier nur untertags zum Spielen.

Resümee:
Einstreu verwende ich derzeit recht sparsam und nicht im ganzen Schrank - Rattenheim (sind im Linzer Käfig drei große Ebenen und im Salzburger Käfig immerhin vier Ebenen). Ganz ohne Einstreu funktioniert`s bei unseren Ratten nicht, sie gehen zwar für ihre großen Geschäfte in ihre Toilettenecke (Tablett gefüllt mit Maisstreu), aber auf ihrem Schlafplatz sind sie mit Vorliebe undicht. Außerdem möchte ich meinen Rattenmädels auch einen genügend weichen Untergrund bieten, so dass sie nicht nur auf Holz laufen.