Die Hausratte (Rattus Rattus) wird auch als "Schwarze Ratte", "Schiffsratte" oder "Dachratte" bezeichnet.

Englisch: Ship rat, Black rat
Französisch: Rat noir
Italientisch: Ratto nero
Niderländisch: Zwarte rat, Huisrat
Portugiesisch: Rato preto

alter wissenschaftlicher Name: Mus rattus

Aussehen

Hier erst mal einige Körpermaße der Hausratte:

Kopf-Rumpf-Länge 16-24 cm
Schwanzlänge 18-25 cm
Schwanzringe 200-290
Hinterfußlänge 31-40 mm
Ohrlänge 22-26 mm
Gewicht 145-250 g

Die Ohren sind fast nackt und reichen, nach vorn gelegt, bis an die Augen. Die Schnauze verläuft relativ spitz. Der Schwanz ist länger als die Kopf-Rumpf-Länge (110-115% der Kopf-Rumpf-Länge)

In Europa gibt es drei Fell-Farbtypen: schwarz bis dunkelschiefergrau, wildfarben mit grauer Unterseite und wildfarben mit weißer Unterseite. In Mitteleuropa meist schwarze, im Mittelmeerraum mehr wildfarbene.

Eckdaten

Verbreitung

In frühgeschichtlicher Zeit wurden Hausratten aus Südostasien (Indien) oder über Umwege aus Nordafrika nach Europa eingeschleppt. Heute ist sie fast weltweit verbreitet. Die ältesten Nachweise stammen aus dem 2. Jh. v. Chr. von Pompeji und der Insel Menorca.
In Mitteleuropa (Ladenburg am Neckar) wurde sie erst 400 Jahre später bekannt, mit den ersten europäischen Seefahrern in Amerika seit 1540 nachweisbar. Früher war sie DIE Schiffsratte (90% aller auf Schiffen gefundenen Ratten waren Hausratten), heute wird die Rolle mehr von der Wanderratte übernommen.
In Nord-, West- und Mitteleuropa bestehen nur noch kleine Verbreitungsinseln, im Mittelmeergebiet zusammenhängendes Verbreitungsareal. Sie sind nur noch selten in größeren Seehafenstädten anzutreffen. In Deutschland gilt sie seit den 60er Jahren als ausgestorben.


Lebensweise

In Nord-, West- und Mitteleuropa kommensal in Gebäuden, meist in den oberen Stockwerken und auf Dachböden. Im Mittelmeerraum lebt sie nichtkommensal fernab menschlicher Siedlungen. Kälte macht Hausratte mehr aus, als Nässe. Einige Unterarten kommen nur in den Tropen und Subtropen vor.
Hausratten klettern gern und gut und bauen ihre Freilandnester (Mittelmeerraum) in 2m bis 5m Höhe in Bäume oder Gebüsche. Bei Gefahr flüchten sie nach oben.
Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv, leben in Gebäuden in Rudeln von 20-60 (90% der Rudel weniger als 60) Tieren. Die Rangordnung ist wahrscheinlich wesentlich anders als bei der Wanderratten. Männchen halten sich oft abseits und die großen "Familien" sind wahrscheinlich Mutterfamilien.
Haben markierte Wechsel zu ihren Fraßplätzen.
Ihre Nester liegen im Gebäude und werden mit Holzwolle, Textilresten, Papier und Stroh ausgepolstert. Im Freiland dienen Blättern, Gräsern und kleine Zweige als Nistmaterial. Hausratten legen größere Gemeinschaftsnester an, in denen auch die Jungen zur Welt gebracht werden. Erdbaue sind nicht bekannt. Die Tiere geben quiekende und piepende Laute von sich.


Nahrung

Hausratten sind Allesfresser, sie bevorzugen jedoch pflanzliche Nahrung. Sind nicht so angewiesen auf offenes Wasser wie die Wanderratten, sondern können ihren Bedarf aus der pflanzlichen Nahrung decken. Legen Nahrungsvorräte an.

Feinde

Katze, Hund, Marder, Schleiereule

Interessantes

 

LITERATUR:
Boye (1994) Heimische Säugetiere; DJN.
Corbet & Ovenden (1982) Pareys Buch der Säugetiere; Paul Parey.
Görner & Hackethal (1988) Säugetiere Europas; DTV
Grzimeks Enzyklopedie der Säugetiere Bd. 3 (1988); Kindler Verlag