Im Folgenden haben wir einige oft gestellte Fragen und deren Antworten zusammengetragen. Bei weiteren Fragen kann man uns jederzeit kontaktieren.
Wie erziehe ich meine Ratten?
Meine Ratte verkriecht sich im Käfig, was soll ich tun?
Meine Ratte beisst
Kann ich meine Ratte bedenkenlos auf der Schulter herum tragen?
Wie setze ich zwei oder mehrere fremde Ratten zusammen?
Meine Ratte wetzt mit den Zähnen, was hat das zu bedeuten?
Integration - wie setze ich fremde Ratten zusammen?
Meine Ratte wackelt mit den Ohren
Meine Ratte sitzt ganz abwesend herum
Wie
erziehe ich meine Ratten?
Bei der Erziehung von Ratten ist zu bedenken, dass Ratten ausgesprochene Individualisten
sind. Bei gleicher Behandlung kann die eine Ratte sehr zahm werden, während
eine andere Ratte eher zurückhaltender ist. Generell ist aber zu sagen,
dass Ratten umso zutraulicher werden, je mehr ihr Mensch sich mit ihnen beschäftigt.
Die Anzahl der zusammengehaltenen Tiere spielt dabei keine Rolle. Ratten, die
in größeren Gruppen gehalten werden, können genauso zahm sein
wie Ratten, die in einer Vierergruppe leben.
Es hat sich allerdings bewährt, wenn die Initiative vom Menschen ausgeht
und man nicht darauf wartet, dass die Ratten sich irgendwann von alleine anfassen
lassen. Hierbei gilt:
Je schneller Ratten merken, dass Menschen keine großen, bösen Ungeheuer
sind, um so eher werden sie von alleine zutraulich. Sie sollten sich daher täglich
mit Ihren Ratten beschäftigen. Eine gute Gelegenheit ist z.B. der tägliche
Auslauf. Seien Sie Brücke und Spielzeug für Ihre Ratten. Lassen Sie
sie unter Ihren Pulli kriechen. Tragen Sie sie ruhig mal in der Wohnung spazieren.
Ihre Ratten werden sich so an Ihren Geruch gewöhnen.
Sie sollten Ihre Ratten täglich in die Hand nehmen. Behalten Sie sie ruhig
mal fünf Minuten auf dem Schoß, auch wenn sie unruhig sind. Achten
Sie aber darauf, dass Sie Ihre Ratten nicht überfordern. Beobachten Sie
Ihre Ratten genau, dann merken Sie, wann sie genug haben. Auch wenn Ihre Ratten
anfangs noch ängstlich sind, geben Sie nicht auf. Bei konsequenter Beschäftigung
holen Sie das Beste aus Ihren Ratten. Und seien sie nicht enttäuscht, wenn
sich eine Ihrer Ratten dafür entscheidet, lieber mit ihren Artgenossen
herumzutollen als mit Ihnen. Sie müssen nur die unterschiedlichen Charaktere
der einzelnen Individuen zu verstehen und akzeptieren lernen.
Meine
Ratte verkriecht sich im Käfig, was soll ich tun?
Beschäftigen Sie sich täglich mit Ihrer Ratte. Tragen Sie sie so häufig
wie möglich in der Wohnung mit sich herum, damit sie Sie als ähnlich
sicheren Platz zu akzeptieren lernt wie den Käfig. Auch wenn sie anfangs
ängstlich erscheint, sollten Sie nicht zu schnell aufgeben, denn nur so
lernt sie, dass sie Ihnen vertrauen kann.
Ratten bleiben in einem Käfig mit vielen Fluchtmöglichkeiten eher
scheu als in einem Käfig, der sie quasi dazu zwingt, in Kontakt mit ihrer
Umwelt, also auch ihrem Menschen, zu treten.
Wenn sie immer eine Möglichkeit zum Verkriechen haben, können sie
nicht lernen, dass die Umweltgeräusche gar nicht so gefährlich sind,
wie sie sich anhören. Deshalb sollten Ratten in der Eingewöhnungsphase
in einem Käfig mit nicht allzu vielen Versteckmöglichkeiten (z.B.
nur einem Häuschen) untergebracht und der Käfig erst später ausgebaut
werden.
Meine
Ratte beißt
Ihre Frage ist über 's Web nicht so leicht zu beantworten. Ist es eigentlich
eine männliche oder eine weibliche Ratte. Wie alt ist die Ratte? Lebt sie
alleine oder mit anderen Ratten?
Beißt sie so fest zu, dass es blutet? In welchen Situationen beißt
sie denn?
Das sind alles Fragen, die zum besseren Verständnis notwendig sind.
Ist Ihr Tier im allgemeinen eine sehr liebenswerte Ratte? Kratzt oder beißt
Sie die Ratte nur ein wenig? Vielleicht schmust sie sogar mit Ihnen? Sie müssen
sich vorstellen, dass Ratten ein viel dickeres Fell haben und deswegen auch
etwas heftiger miteinander schmusen.
Manche Ratten lecken ihren Besitzer sehr intensiv, andere wiederum nicht. Sie
zeigt Ihnen damit auch, dass sie Sie akzeptiert. Sollte sie Sie tatsächlich
heftig beißen, dann hat sie vielleicht Angst, Schmerzen oder will einfach
in Ruhe gelassen werden. Viele männliche Ratten etwa mögen es z.B.
nicht, am Rücken angefasst zu werden, und beißen zur Warnung, dass
man damit aufhören soll, sie zu ärgern.
Oft beißen Ratten, die vernachlässigt werden. Um ein freundschaftliches
Verhältnis zu seinen Tieren aufzubauen, braucht es Zeit und Geduld. Täglich
sollten Sie sich um Ihre Ratten mindestens eine Stunde kümmern. Selbst
Ratten die zuvor bissig waren, weil Sie in schlechten Händen waren, werden
mit etwas Geschick und viel Zuwendung wieder handzahm und anhänglich.
Kann
ich meine Ratte bedenkenlos auf der Schulter herum tragen?
Rättinnen sind häufig viel abenteuer- und unternehmungslustiger als
Rattenböcke. Junge Ratten sind wesentlich verspielter und aktiver als ältere
Tiere. Ratten sind Individualisten und haben unterschiedliche Charaktere.
Was das Rumtragen von Ratten betrifft, bedenken Sie bitte, dass Ratten keine
Hunde sind. Bitte projizieren Sie Ihre Erwartungen nicht auf Ihre Ratten. Es
gibt durchaus Ratten, die gerne freiwillig im Ärmel ihres Menschen sitzt.
Bitte überfordern Sie Ihre Tiere nicht, indem Sie sie den ganzen Tag mit
sich herumtragen. Ratten haben ihre Schlaf- und Ruhephasen, denen sie beim ständigen
Mitgenommenwerden nicht nachkommen können. Auch möchten Ratten mal
herumtollen können, wenn es ihnen einfällt. Hierbei sind sie beim
Mitnehmen eingeschränkt.
Beschränken Sie sich auf kurze Ausflüge. Ein Ausflug nach Draußen ist jedoch
nicht ungefährlich für das Tier, denn jede Ratte - auch die Ruhigste - kann sich erschrecken.
Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie z.B. vom Arm oder von der Schulter springt
und wegläuft. In dem Fall wäre sie vielen Gefahren wie z.B. Hunden, Katzen oder
Kraftfahrzeugen ausgesetzt. Es kann sogar passieren, dass sie nicht mehr zu Ihnen
zurückfindet. Dies bedeutet in den meisten Fällen ein Todesurteil für eine Heimratte,
die schließlich nicht gelernt hat, sich draußen zurecht zu finden.
Darüber hinaus gibt es noch
weitere Gefahren wie:
Wägen Sie also vorher ab,
ob Sie Ihren Schützling einem solchen Risiko aussetzen wollen. Und vor allem: Beobachten
Sie Ihre Ratten gut und aufmerksam, so werden Sie ihre Bedürfnisse erkennen
und ihnen nachgeben können. Wir Menschen sind es den Tieren, deren Pflege
wir verantwortungsvoll übernehmen, schuldig, auf sie einzugehen und sollten
ihnen nicht unseren Willen aufzwingen. Außerdem fühlen sich die meisten Ratten in bekannter
Umgebung wohler als in unbekannter. Ortswechsel sind für sie in der Regel keine Abwechselung
sondern zu nächst einmal Stress.
Wie
setze ich zwei oder mehrere fremde Ratten zusammen?
Bei Männchen ist das Vergesellschaften im allgemeinen etwas schwieriger
und erfordert mehr Zeit, Geduld und Vorsicht. Allerdings hat es auch schon Fälle
gegeben, bei denen es sogar mit erwachsenen Männchen keine Probleme gab.
Bei weiblichen Ratten ist der Erfolg beim Vergesellschaften größer.
Ratten sind Individualisten und deshalb kommt es jeweils auf die einzelnen Individuen
an.
Bei der Gewöhnung einander fremder Ratten sind einige wichtige Aspekte
vorher zu beachten:
Artenspezifisch leben Ratten in Gruppen und innerhalb einer Gruppe gibt es eine
Rangordnung. Um diese Rangordnung herzustellen, finden entsprechende Rangordnungskämpfe
statt. Solche Streitigkeiten verlaufen immer dann unproblematisch, wenn eine
oder mehrere Ratten deutlich stärker sind, als die neue(n) Ratte(n). Das
Alter spielt dabei insofern eine Rolle, als dass junge Ratten allein schon aufgrund
ihrer geringeren Körperkraft den älteren Tieren unterlegen sind.
Ältere Ratten können selbstverständlich auch noch miteinander
vergesellschaftet werden, wenn eine deutliche Überlegenheit von einer Seite
vorhanden ist. Probleme treten immer dann auf, wenn Ratten sich ebenbürtig
fühlen und/oder eine Ratte auf ihren erworbenen Rang nicht verzichten möchte.
Streitereien wird es im Normalfall immer geben. Bitte verlieren Sie nicht gleich
die Nerven! Lautes Gezeter, Gefauche und Gequieke ebenso wie Fellsträuben
und regelrechte Boxkämpfe im Stand sind völlig normal und kommen auch
in bereits eingespielten Gruppen immer mal wieder vor.
Dennoch sollten Sie die Ratten anfangs gut beobachten. Sollte es zu ernsthaften,
d.h. blutigen Beißereien kommen, müssen die Tiere vorerst wieder
getrennt werden. Sie sollten dann erneut jemanden um Rat fragen, der schon Erfahrungen
mit der Vergesellschaftung von Ratten hat.
Grundsätzlich ist es günstiger, wenn die Ratten sich zum ersten Mal
auf neutralem Territorium treffen können, da somit das jeweilige Revierverhalten
umgangen werden kann. Auch wenn beim nachträglichen Zusammenführen
anfangs einige Schwierigkeiten zu überwinden sind, ist es immer besser,
Ratten mindestens zu zweit zu halten.
Es gibt allerdings auch vereinzelt männliche Ratten, die lieber allein
leben wollen. Diese sollten nicht mit einer anderen Ratte in einen Käfig
zusammengesperrt zu werden.
Acht Stufenplan zur Vergesellschaftung:
Am besten zu einem alten Tier zwei Junge dazu
(optimale Vorraussetzung, dann weiß die "Alte" nicht wem er
hinterher soll)
Die Tiere in getrennten Käfigen mit Sicherheitsabstand nebeneinander stellen.
So dass sie sich geruchlich kennenlernen.
Gemeinsamer Freilauf NUR auf dem Menschen oder in einem neutralen Revier (Bad,
Flur, Küche etc.)
Die "Alte" in die rechte, die kleinen in die linke Hand und "Zwangsknuddeln"
Streitereien sind normal. Nicht zu früh trennen, die Tiere müssen
ihre Rangordnung ausmachen können.
Sofort trennen wenn Blut fließt.
Nach 5 - 7 Tagen den Käfig tauschen, das alte Tier in den neuen Käfig
und umgekehrt.
Notfalls mehrmals wiederholen.
Wenn der Freilauf harmlos abläuft, die Ratzen nach Möglichkeit in
dem neuen Käfig zusammensetzen.
Oder Bestandteile der Käfige kombinieren, Haus vom kleinen, Käfig
von alten, ein paar neue Sachen usw. Vorsichtshalber Fluchtlöcher und -Höhlen
durch die nur die kleine Ratte passt einbauen. Beobachten und notfalls wieder
trennen.
Wenn nötig die Ratten mit Kokoswachs einreiben. Dann riechen sie nur noch
lecker und putzen sich gegenseitig (Ausprobieren unter Aufsicht!)
Bei männlichen Ratten NOTFALLS Kastration - Wenn nix hilft !!!
Meine
Ratte wetzt mit den Zähnen, was hat das zu bedeuten?
Das Zähneklappern oder besser Zähnewetzen hat verschiedene Bedeutungen,
je nachdem in welcher Situation Sie es beobachten. Es kann Zufriedenheit, Abenteuerlust
oder auch Aggression bedeuten.
Klappern Ratten z.B. beim Kraulen mit den Zähnen, können Sie davon
ausgehen, dass sie sich in diesem Moment besonders wohlfühlen. Sollten
Sie sich darüber wundern, dass ein und dasselbe Verhalten so unterschiedliche
Bedeutungen haben kann, dann bedenken Sie, in welch unterschiedlichen Situationen
ein Mensch schreit: Vor Freude, vor Schmerz, weil er erschrickt, vor Wut usw.
Jedes Mal ist es der Kontext, der über die tatsächliche Bedeutung
des Schreiens Aufschluss gibt. Genauso ist es mit dem Zähnewetzen bei Ratten.
Meine
Ratte wackelt mit den Ohren
Kein Grund zur Sorge: Sie signalisieren damit ihre Paarungsbereitschaft. Zusätzlich
springen sie in die Luft, wenn sich ein potenzieller Partner nähert. Sie laufen
los, nur um dann wieder wie angewurzelt stehen zu bleiben, den Schwanz zu heben
und mit den Ohren in erstaunlicher Geschwindigkeit zu wackeln.
Meine
Ratte sitzt ganz abwesend herum
Sitzt sie ängstlich oder wirklich abwesend, ja schon apathisch herum? Im zweiten
Fall ist dies ein Warnzeichen für eine schwere Erkrankung. Meist sie zusätzlich
noch andere Symptome, wie z.B. Futterverweigerung oder stumpfes Fell. Man sollte
so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen.